Dienstag, 8. Juli 2008

Kommentar: Ihr Landkartenverlage seid ängstlich und feige. Traut euch ... sonst sterbt ihr alle aus!

Haben Sie schon mal im Buchhandel nachgeschaut wieviel Verlage dort existieren? Sie sehen die Marken, aber wissen Sie welche Verlage in wirklichkeit dahinter stecken? Sie werden sich wundern. Es sind fast nur Marken die sie sehen.

In den meisten Fällen gibt es Landkarten und Atlanten von MairDumont (Generalkarte, Falk, ADAC usw.). Danach kommt erstmal nichts wenn man von Planokarten aus dem Hause Stiefel absieht. Ein wenig Michelin, Reise Know-How und Borch lachen Sie eventuell noch im Regal an. Wenn die Buchhandlung sehr groß ist, kommen dann noch Karten aus dem Vertrieb vom GeoCenter (u.a. Nelles, Hallwag und Topographische Karten der Landesvermessungsämter in Deutschland) sowie kleine Einzelkämpfer dazu. Das wars dann und man kann davon ausgehen, daß es in 5 Jahren wieder deutlich weniger werden.

Man sagt, daß das Internet, Handys und Navis diesen Markt langsam beseitigen und ergänzt. Das mag ja sein, daß diese Dinge diesen Markt so wie es ist das Leben schwer machen wird. Nur sind die Fahrräder ausgestorben als man das Auto entworfen hat, gibt es kein Radio mehr nur weil es Fernsehen gibt? Nein.

Problem ist aber das die Verlage aber so denken und nehmen dies Argumentation einfach so blind hin. Innovationen, neue Ideen und wirklich neue Geschäftsfelder schaffen diese Verlage schon seit Jahren überhaupt nicht mehr, Fusionieren eventuell und kürzen alles was kaum oder kein Gewinn macht weg. Sie haben eine Kartensubstanz und machen daraus zig Karten und Autoatlanten daraus. Werden immer billiger bis kostenlos. Sie kratzen so denn Gewinn jedes Jahr zusammen und hoffen das es so weiter geht. Das ist aber dumm und feige.

Wieso versucht kein Verlag seine Kartensubstanz ins böse Internet zu bringen, mehrsprachig auf der ganzen Welt, kostenpflichtig für wenig Geld? Kopier und ausdruckbar sowie für alle sichtbar. Überlegt doch mal nach ihr Verlage? Wieso nicht?

3 oder 5 EUR für eine Chile Landkarte, eine regionale NRW Straßenkarte, eine Wanderkarte vom Fichtelgebirge, eine Afghanistankarte für jemand der gerade in Argentinien, China oder in Buxtehude vor dem PC oder am Handy sitz, ist doch ein Markt den man hätte nie erreichen können. - Für 3 oder 5 EUR eine Karte anschauen und ausdrucken und auf sein Handy downloaden ist doch klasse. Eine echte und detaillierte Karte anstatt eine lückenhafte mit Navidaten gefütterte interaktive Karte ist doch viel besser.

Diese Karte wären so deutlich umfangreicher und besser als was man sonst so fürs Internet und Handy bekommen kann. Nur! Mit ein wenig programmierkenntnisse bekommt man diese Karten sogar GPS-Kompatibel (wenn sie es nicht sowieso schon sind).

Es wird immer argumentiert, daß die Daten kopiert und ausgedruckt werden können und andere diese vervielfältigen können. Und wenn? Sollen die Profis oder Konkrenzverlage es doch machen. Kopieren ist illegal und wer erwicht wird muss zahlen. Aber wieso die Angst das ich mir einen Stadtplanausschnitt kopiere oder ausdrucke? Ich der Enduser hat dafür bezahlt.

Die Musikindustrie mag wie ihr am Jammern sein, nur pleite gehts sie sicherlich nie. Im Gegenteil. Durch neue Geschäftsfelder macht sie mehr gewinne als früher, als man Geschäftsfelder wie Internet und Handy verteufelt hat.

Und das beste ist. Eine Printlandkarte wird nie aussterben. Eine Straßenkarte, ein dicker Autoatlas, eine Wanderkarte oder ein kleiner Stadtplan brauchen kein Akku, sind groß wenn man sie aufschlägt, das Register braucht keine Ladezeit und man entdeckt Dinge, die man auf einen Bildschirm nie hätte gesehen hätte. Faktisch. Die Printkarte ist übersichtlicher, aus Papier und hat keine Werbebanner.

Michael Ritz

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