Samstag, 20. Dezember 2014

Das Google-Kartellverfahren und der absurde Kampf diverse Stadtplananbieter gegen den Locationfinder Google und sein Google Maps

Diverse Stadtplananbieter  in Deutschland, Frankreich, Großbritannien sowie Microsoft versuchen seit über zwei Jahren juristisch und politisch gegen Google Maps, Google Shopping und Google Adsense vorzugehen. Selbst die ARD berichtete vor kurzen darüber. Diese Webseitenanbieter stört es wie Google seine Dienste in der Suchabfrage integriert. Von anderen Webseiten ist dabei keine Spur oder haben kaum eine Chance als Alternative auf Google aufzutauchen!

In den letzten Jahren hat sich Google etwas verändert bzw. weiterentwickelt. Google versucht immer mehr direkt die passende Antwort, neben dem Suchergebnis, zu geben. Das eigentliche Suchergebnis, mit allen Kartenanbietern und Routenplaner, rutscht dabei immer mehr in den Hintergrund. Eine Antwort von Google taucht dabei großflächig auf der gesamten rechten Hälfte der Suchabfrage auf.

Zum Beispiel zeigt Google bei der Suche nach Vereinsmannschaften direkt im Suchergebnis schon einzelne Informationen und Ergebnisse. Bei Locations und Restaurants zeigt Google eine größere Landkarte und eventuelle Bewertungen und Kritiken der Location an. Bei der Suche nach einen Ortsnamen, Supermärkten und Geschäften taucht eine größere Landkarte mit allen Filialen sowie nähere Informationen und gegebenenfalls Öffnungszeiten auf.

Für "Wickrath" gibt es eine Karte von Google Maps und einige Zeilen von Wikipedia.
Wer braucht dann noch das Suchergebnis?

Wer nach "ALDI" sucht sieht alle Filialen in der Umgebung.
Natürlich auf einer Google Maps.
Wer nach einem China Restaurant sucht findet alle Restaurants und Bewertungen.
Als Kartenanbieter ist hier nur Google Maps.

Google selber sieht dabei in Google Maps keine eigenständige Webseite sondern eine Art Telefon- und Branchenbuch 2.0, sprich ein Ausgabemedium des Suchergebnis in Google. Mit Google Maps kommt man dabei sogar noch ans Ziel (Routenplaner und kostenlose Navi-App). Kurioserweise macht Microsoft, einer der Beschwerdeführer im Google-Kartellverfahren Google fast im vollen Umfang nach. Auch hier fehlen alternativen Landkartenanbieter.

Für "Wickrath" gibt es auf Bing keine Karte aber wie auf Google einige Zeilen von Wikipedia.
Wer braucht auch hier noch das Suchergebnis?
Fast genauso wie auf Google Maps sieht es auf Bing Maps aus.
Auch hier haben andere Kartenanbieter keine Chance.
Wie im Bild zuvor, fast identisch wie auf Google Maps.
Auch hier haben andere Kartenanbieter keine Chance.

Im direkten Vergleich zu den hauptsächlichen Beschwerdeführer im Google-Kartellverfahren, wie Hot-Maps und StreetMap.co.uk, ist das was Google und Bing machen ein riesengroßer Unterschied. Diese Anbieter können die zuvor beschriebenen Beispiele gar nicht erst liefern. Beide Anbieter kennt noch nicht mal Hausnummern. Die Suche nach einem Supermarkt, Restaurant, Cafe, Geschäft oder Firma ist hier nicht möglich. Beide Anbieter können daher nur einen kleinen Bruchteil der Suche liefern.

Auf Hot-Maps kann man im Fall von Köln nur nach Straßen suchen.
Nach POIs muss man im Kartenbild suchen. Kein Vergleich mit Google Maps.

Dagegen ist der Stadtplandienst, der wunderschöne Karten für Deutschland, Schweiz und Österreich besitzt, technisch in der Lage als Alternative im Suchergebnis zu Google Maps aufzutauchen. Es fehlen zwar noch umfassende Informationen zu Locations, Einrichtungen, Firmen, Geschäfte, Hotels und Restaurants aber das wäre sicherlich schnell machbar. 

Der Stadtplandienst könnte wie Here auch eine Alternative zu Google Maps werden.
zwar werden die einzelnen Locations mit fast keinen weiteren Informationen geliefert, was aber nicht bedeutet, dass man dies nicht verbessern könnte.

Wichtig im Google-Kartellverfahren ist es, das man die Suchmaschine der eigenen Webseite auszubauen, um ein Argument zu finden, als Alternative im Suchergebnis von Google überhaupt aufzutauchen. Warum sich aber seit Jahren diverse Landkartenanbieter bei der EU und im Google-Kartellverfahren über Google beschweren, ist nicht wirklich nachvollziehbar! 

Besser macht es Here. Dieser Anbieter hat sehr umfassende Informationen zu Locations aller Art und man kann danach auch sehr einfach suchen. Here wäre im Google Suchergebnis eine gute Alternative. Andere Landkartenanbieter, wie Falk und Openstreetmap stecken da noch in den Kinderschuhen oder denken an ein solchen Schritt, wie es bei ViaMichelin der Fall ist, gar nicht erst nach. 

Auf OpenStreetMap kann man nach Hotels und öffentliche Einrichtungen suchen.
Diese Locations müssen aber zuvor in der Datenbank erfasst worden sein. Viele POI-Themen fehlen aber.
Auf Here kann man wie auf Google und Bing nach allen POIs direkt suchen.

Vielleicht sollte man aber im Google-Kartellverfahren eher klein denken und erst dann sich beschweren, wenn man selber die Suchanfragen von Google genauso oder ähnlich wie Google verarbeiten könnte. Erst dann wäre es berechtigterweise in der Lage, hier als Alternative zu Google Maps aufzutauchen. Der Anbieter, der dann das besten und umfangreichsten Informationsportal hat wird von Nutzer auch angeklickt. So wie es jetzt ist, mit dieser großen Übersichtskarte von Google Maps, ist es ganz klar für Bing Maps und Here unfair das man hier nicht als Alternative auftaucht. Das hat nichts mit einer Suchmaschine zu tun.

Falls Google aber auch in der Zukunft keine Alternativen anzeigen muss, haben die Kartenanbieter trotzdem einen klaren Auftrag. Sie müssen sich weiterentwickeln. Flächendeckende Landkarten, Content zu Locations aller Art, ein Routenplaner sowie eine kostenlose Navi-App für iOS und Android sind das A und O von heute. Da hilft auch kein Google-Kartellverfahren um besser zu werden oder höher in der Suchmaschine aufzutauchen.


Ein Kommentar von Michael Ritz (LandkartenBLOG und Landkarten und Stadtplan Index).

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen



Beliebte Posts