Montag, 1. September 2014

Apple Maps im Test - Sehr schlechte Qualität und Quantität und im direkten Vergleich zu anderen Kartendiensten eine Ungenügend - Nur die Sat- und Luftbilder sind gut

Dank der Beta Version der neuen iCloud von Apple kommen auch wir in den Genuss des Kartendienst von Apple, der sich ausschließlich auf den iPad und iPhone befindet. Apple Maps ersetzte vor einiger Zeit Google Maps. Die Nutzer sind seit dem Wechsel von Google Maps auf Apple Maps enttäuscht. Besser gesagt erbost, wenn man sich diverse Foren, Webseiten und Presseartikel durchließt. Fehler, Ungenauigkeiten und Pannen überschatteten den Start von Apple Maps bis heute.

Apple Maps - Hamburg
Apple Maps - Berlin
Als erstes muss man Apple in Schutz nehmen. Die Daten kommen nicht von Apple sondern in Industrieländern von TomTom. In anderen Ländern kommen weitere Datenlieferanten, wie AND dazu. Die Luftbilder kommen von Digital Globe, einer Tochter von Microsoft. Gegen die Luftbilder kann man nichts sagen. Sie sind meistens in Ordnung und in der Regel recht aktuell. Andere Landkartendienste nutzen die gleichen Luftbilder genauso. Die Darstellung der Satellitenbilder ist wunderschön. Das kann Apple Maps perfekt!

Apple Maps - Berlin
Die Kartendaten hingegen enttäuschen gravierend. Das was man dort sieht, so könnte man meinen, ist eine Sparversion, der sowieso sehr dünnen TomTom Daten, im direkten Vergleich zu Google Maps und OpenStreetMap. Diese Daten sind ausreichend für die Navigation im Auto aber zur Orientierung auf dem iPhone oder für einen Spaziergang im Grünen oder einen Bummel durch die Stadt fehlen viele Informationen, wie man sie von OpenStreetMap und Google Maps gewohnt ist.

Im Vergleich zu TomTom Route Planner, der die gleichen Daten besitzt, viel uns folgendes auf:
  • Positiv! Es werden im Kartenbild deutlich mehr Locations dargestellt und in der Suche gefunden
  • Fataler Mangel! Im Kartenbild werden Einbahnstraßen nicht dargestellt.
  • Farbloses Kartenbild. Ein farbiger Layer für bebautes oder bewohntes Gebiet fehlt
  • Industrieflächen werden farblich nicht gezeigt
  • Parks und Grünflächen werden in der Regel deutlich weniger als auf TomTom dargestellt
  • Kleine Feldwege sehen aus wie kleine befahrbare Nebenstraßen
  • Bundesstraßen lassen sich zu Hauptverkehrsstraßen und Kreisstraßen kaum unterscheiden
  • Gebäude werden nur sehr selten und auch nur im sehr kleinen Maßstab gräulich angedeutet
Im direkten Vergleich zu  Google Maps und OpenStreetMap viel uns folgendes auf:
  • In Industrieländern existiert ein riesiger Unterschiede in der Menge an Daten die dargestellt werden
  • Gebäude werden kaum dargestellt
  • Wald- und Feldwege fehlen
  • Kreis- und Landstraßennummerierung (Im Straßenbild in Europa und in den USA kaum von Bedeutung) werden besonders deutlich dargestellt. 

Der Stadtplanvergleich im Fall von Moenchengladbach in Deutschland:

Auf Apple Maps sind Innenstädte kaum wahr zu nehmen. Im direkten Vergleich zu TomTom ist Apple Maps trotzdem etwas farbenfroher. Fatal! Einbahnstraßen sind nicht zu sehen. Viele Wege fehlen. Plätze sind nicht zu erkennen. Gebäude sieht man auch nicht. In anderen Städten aber schon. Parkhäuser sind auch kein Thema. Das ausgerechnet Apple Maps in unserem Beispiel Parks zeigt ist eine Ausnahme. Dieser Nummern auf den Hauptverkehsstraßen sind außerdem ärgerlich und völlig überflüssig. - Im direkten Vergleich zu Google Maps und vor allen OpenStreetMap muss man sich in vielen Innenstädten schon fast fremd schämen. Einbahnstraßen, Häuser mit Hausnummern, kleinste Wege und eine ordentliche Beschriftung. Sowas findet man nur auf Google Maps und OpenStreetMap.

Apple Maps
TomTom Route Planner
Google Maps
OpenStreetMap

Der Landkartenvergleich von Cupertino (Apple Hauptsitz) in Kalifornien: 

Im direkten Vergleich sieht man wie schlicht und einfach Apple Maps ist. Im direkten Vergleich mit TomTom fehlen schon wichtige Kartenmerkmale. Das Kartenbild von TomTom ist viel lesbarer und informativer dargestellt als Apple Maps. Es fehlen hier farbige Flächen für die Bebauung und Industrie obwohl diese Daten vorhanden sind. Google Maps ist im direkten Vergleich optimal und gut lesbar. Wichtige Informationen sind sofort zu finden. OpenStreetMap am umfangreichsten. Vielleicht etwas zu überladen und bunt. Der Nutzer wird sich schon entscheiden, aber Apple Maps wird er nie auswählen.

Apple Maps
TomTom Route Planner
Google Maps
OpenStreetMap
Fazit: Apple hat auf das falsche Pferd gesetzt

TomTom ist ein guter Navihersteller. Mit TomTom komme ich mit meinem Auto sicher ans Ziel. Aber diese Daten sind heutzutage zu wenig für einen Landkartendienst. In Apple Maps fehlen zahlreiche Informationen und der direkte Vergleich zu Google Maps und OpenStreetMap ist katastrophal. Bei Apple Maps hat man sich keine Mühe gemacht mal sich die Konkurrenz anzuschauen um zu sehen wie ein richtiger Kartendienst funktioniert oder sich in die Lage der Nutzer von Apple Maps versetzt, wer Apple Maps braucht und was er für Informationen im Kartenbild braucht. Noch nicht mal Einbahnstraßen sind zu erkennen und wer zu Fuß geht wird Straßen und Wege finden, die Apple Maps nicht kennt. Wer dachte damit Outdooraktivitäten zu machen ist schlicht und ergreifend lebensmüde.

Finger weg von Apple Maps. 


Link: https://beta.icloud.com/#find

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