Montag, 8. April 2013

Die Sonderwirtschaftszone Kaesŏng (Nordkorea) - Ein Industriegebiet wie ein Gefängnis

Stellen Sie sich vor die Bundesrepublik hätte ein Industriegebiet in der damaligen DDR betrieben. Wie hätte da die Grenzen und Straßen ausgesehen? Was für ein Aufwand hätte die DDR betrieben um ja alles zu kontrollieren?  In Endeffekt gab es sowas ja schon, wenn man Westberlin jetzt als Industrie- und Wohnzone in Mitten der DDR bezeichnen würde. Scharfe Grenzen und große Kontrollen bestimmten das Leben wenn man von Westberlin nach Deutschland fuhr. Wer eine Zeitreise machen möchte, der muss jetzt nicht mit einer Zeitmaschine reisen. Er sollte mal auf Google Maps "Kaesŏng" in Nordkorea eingeben. Sie werden eine Art Industriegebiet im Feindesland entdecken umzäunt wie ein Gefängnis.

Kaesŏng ist eine Sonderwirtschaftszone in Nordkorea. Ein Industriegebiet das von Südkorea in Nordkorea realisiert wurde. Dieses Gebiet kann Zollfrei Waren, wie Textilien, Kleidung, Haushaltsgeräte und Autoteile produziert und nach Südkorea exportieren. 54.000 Nordkorea haben hier einen Job gefunden. Dadurch verdient Nordkorea etwa 100 Millionen Dollar Devisen im Jahr.

Das Industriegebiet Kaesŏng

Auf Google Maps sieht man das gesamte Industriegebiet. Sehr deutlich ist der Grenzzaun um das gesamte Gebiet zu sehen, der auch das kleine Dorf im Westen am Industriegebiet vom Gelände abschneidet. Südkoreaner kommen auf der Autobahn im Südosten auf das Gelände. Nordkoreaner kommen über einen eigenen Grenzübergang im Nordwesten in die Zone. Riesige überdimensionierte Schnellstraßen wurden auf dem Gelände gebaut. Verkehr ist aber nicht zu erkennen. Viele Flächen sind nicht bebaut. Einzig im südlichen Teil der Zone ist das Gebiet einigermaßen mit Industriegebäuden zugebaut. Hyundai produziert hier u.a. Autoteile.


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Grenzübergang nach Kaesong

Vom Grenzübergang der Superlative in Südkorea kommt man nach Nordkorea. Wer die Autobahn nach Westen verfolgt sieht erst die sogenannte Demilitarisierte Zone, die wohl gefährlichste Waffenstillstandslinie und Grenze der Welt. Hier existiert kein Haus und normalerweise auch keine Straße. Seltene Tiere leben hier, da sie nicht vom Menschen nicht gestört werden. Ein Tor zeigt das Ende dieser Zone. Erst dann betritt man offiziell Nordkorea. Parallel zur Autobahn sieht man eine Eisenbahnstrecke und auf beiden Seiten eine weitere, sehr aufwendige, Absperrung. Wie ein Schlauch zieht sich das ganze zum Industriegebiet hin.



Kritiker bemängeln die unsichere Lager der Industrieflächen, wie man es jetzt im März und April 2013 auch bestätigt sieht. Jetzt wurde die Industriezone geschlossen und alle Firmen mussten schließen. Auch wurden die Nordkoreanischen Arbeiter immer schon sehr viel ihres Lohns von Nordkorea zurück gehalten, so dass die Menschen dort gerade mal zwei US-Dollar Monatslohn bekamen.


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