Freitag, 13. Juli 2012

Vorsicht! Die neue Google Maps Fahrradkarte ist eine gute Idee aber sehr schlecht umgesetzt

Google Maps hat jetzt eine Kartenversion extra für Fahrradfahrer realisiert. Diese kann man einfach auf Google Maps als Layer einblenden. Hier werden lauter Wege, die angeblich für Fahrradfahrer nutzbar sind sowie Radwege an größeren Straßen bzw. Fahrradspuren farblich gekennzeichnet.

Das Ergebnis der Fahrradkarte in unseren Teststrecken und -gebiete sieht aber sehr schlecht aus und ist auf keinen Fall zu empfehlen.

Erstmal ist nur ein sehr kleiner Anteil von Straßen, Feldwege und Wege in Google Maps, für Fahrradfahrer als geeignete Straße oder Weg gekennzeichnet. In Wirklichkeit sieht das ganz anders aus. Zum anderen sind in sehr vielen Parkanlagen fast alle Parkwege, die sehr oft gar nicht erst für Fahrradfahrer freigegeben geschweige geeignet sind, einfach als Radweg abgestempelt. 


Google Maps geht fatalerweise davon aus das sehr oft Parkwege automatisch auch Wege für Fahrradfahrer sind.

Viele kleinere Straßen werden in der Fahrradkarte nach einen nicht erkennbaren System mal als Fahrradtauglich markiert oder unberücksichtigt liegen gelassen. Dabei gibt es für geeignete Nebenstraßen und Feldwege einen eigenen Layer. Hier existiert noch eine riesige Datenlücke. Schade auch. Wege und Straßen, die für Fahrradfahrer verboten sind und damit sind jetzt keine Autobahnen oder Schnellstraßen sondern normale Hauptverkehrswege und Straßen gemeint, nicht gekennzeichnet. 

Viele Radwanderwege sind auf Google Maps zu sehen, nur dummerweise sagt Google Maps dies nicht. Es gibt weder die für Radwanderwege existierende Nummerierung, die man auch in der Beschilderung im Straßenverkehr erkennen kann, noch einen Hinweis darauf, dass dies ein Radwanderweg ist. Google Maps profitiert hier nur das man diese Daten der Radwanderwege hat um so Fahrradwege zu zeigen.



Radwanderwege sieht man, aber ohne das man es kennzeichnet.
Die Feldwege links und rechts sind auch für Fahrradfahrer geeignet. Google weiß von nichts.


Alles in allen ist die Fahrradkarte eine gute Idee aber die Umsetzung ist sehr schlecht. Die Daten sind oft Fehlerhaft, haben große Wissenslücken und Google Maps verschenkt hier viel Potential an Wissen für die Zielgruppe Fahrradfahrer bzw. Radwanderer. Schade auch das man die Karten nicht mit Google Streetview zusammen anschauen kann.


Gefähtlicher Blödsinn! Google Maps sagt das der vierspurige Rheinufertunnel in Düsseldorf für Fahrradfahrer geeignet ist.


Wer eventuell dachte hier eine Route für einen Sonntäglichen Fahrradausflug mit der Familie zu planen soll gewarnt sein. Die Fahrradkarte ist absolut nicht zu empfehlen. Die klassische Radkarte aus dem Buchhandel ist deutlich besser. Man sollte schon vorher genau wissen wo man mit seiner Familie fahren möchte oder plant eine Radtour zu realisieren.

3 Kommentare :

herbi66 hat gesagt…

Für Radler und Wanderer empfehle ich http://www.naviki.org! Die Karte kommt von OSM und liefert zumindest in meiner Gegend eine super Qualität :)

Ivan hat gesagt…

Ich habe gerade den Artikel über die Fahrradwege veröffentlicht.
http://blog.bildergallery.com/technik/internet/2012/07/13/google-maps-fahrradwege

Auch in meiner Heimat musste ich feststellen, dass viele Wege nicht eingezeichnet sind. Ob sich Nutzer die Mühe machen und die Karten nachtragen, ist fraglich ...

Anonym hat gesagt…

OSM hat definitiv die bessere Datenbank von Radwegen und das darauf basierende OpenCycleMap ist Googles Version deutlich überlegen. Und Naviki navigiert Fahrradfahrer besser. Naviki kann sogar navigieren nach Straßenbelag - der MTB-Fahrer kann so über einen Feldweg abkürzen, auf dem der Rennradfahrer sich die Felge zerhaut.

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