Sonntag, 15. Januar 2012

Spekulativ? Hat die Costa Concordia eventuell vor Giglio Porto die in Seekarten eingezeichneten Felsen berührt?

Das Schiffsunglück der Costa Concordia ist in aller Munde. Wir zeigten schon gestern, dass man die letzten 30 Minuten im Internet genausten die Fahrstrecke des Passagierschiffes dank MarineTraffic nachvollziehen kann. Fast komplett wohl aber nur. Zwischen 21:36 und 21:53 Uhr fehlen Daten kurioserweise. 

So haben wir spekulativ eine ungefähre Kurve eingezeichnet wie das große schwere Schiff mit fast 30 km/h versuchte um die Insel zu fahren. Diese Kurve haben wir bewußt mit der Lage des Schiffes um 21h36 und von 21h53 gezogen.  Um 21h53 bremste das Schiff noch ab und drehte sich danach ab. Der Unfall und der Felsen muss daher vorher gewesen sein.

Einige Minuten der Fahrstrecke sind unbekannt.

Felsen sind an dieser Stelle nicht sondern erst weiter am Land (mit einen Punkt) bei Punta del Lazzaretto eingezeichnet. Es stellt sich aber die Frage, ob das Schiff überhaupt dort die Felsen gekratzt hat oder ob es rein theoretisch auch schon vorher passieren konnte, da das Schiff vor Giglio Porto sehr Nah an der Küste fuhr.

So haben wir die Linie von der ersten Karte in der Seekarte der Insel Giglio eingezeichnet und so ein Gebiet "Le Scole" entdecke, was durch Niedrigwasser und Einzeichnung von Felsen theortisch auch von der Costa Concordia befahren werden konnte. Von der Entfernung zum endgültigen Stopp des Schiffes und der Tatsache, dass ein so großes Schiff trotz des Felsen den es abgerissen hatte einen Bremsweg hat, würde es sogar passen.


Hat vielleicht die Costa Concordia schon früher bei Le Scole die eingezeichneten Felsen im Niedrigwasser berührt?

Nicht desto trotz ist das spekulativ und spätestens die Blackbox sagt uns die Wahrheit. Theortisch ist unsere Vermutung aber möglich. War "Le Scole" die Unfallstelle?

9 Kommentare :

Anonym hat gesagt…

Hallo, ich habe heute meine Freunde auf Giglio angerufen, sie haben mir bestätigt, daß der angefahrene Felsen die Felsgruppe "le scole" war- diese Felsgruppe ist in allen Seekarten eingezeichnet. Ich kann Ihre Vermutung nur bestätigen. Ich kann mir nur nicht erklären, warum sich das Schiff gedreht hat- es liegt jetzt mit der Schnauze nach Süden bzw. zum Hafen- anstatt nach Norden in Fahrtrichtung, aber evtl. hat das was mit Strömungen / Sogwirkung beim Bremsen zu tun.
Jetzt liegt das Schiff vor der Punta Gabbianara, nur ca. 300-500 nördlich vom Hafen.

Anonym hat gesagt…

hallo, nicht spekulativ, das paßt so. Le scole wurde mir von befreundeten Insulanern bestätigt- sie sind in allen Seekarten zu finden, heißt es.
Ich habe es so auch schon in der online- ausgabe einer it. Zeitung gelesen und auch in einer englischen Berichterstattung, die dies bestätigt.
gruß von anonym

Anonym hat gesagt…

ja natürlich war LeScole die Unfallstelle... denn die lange Pause in der Aufzeichnung der Fahrt kann ja nur einen Stromausfall vermuten lassen... daher ist das schiff wohl um 21:36 auf den Felsen gelaufen und der Strom war sofort weg...

um 21:53 war dann wieder Strom da, oder Notstrom. Dann hat AIS wieder gesendet...

Anonym hat gesagt…

So ein unkluges Pallaver,

schaut mal bei Wikipedia nach zum Thema AIS.
Die Intervalle in denen ein Schiff seine Daten aussendet hängen ab von der Geschwindigkeit und seinen Kursänderungsraten ab.

Die Daten werden an Empfängerstationen an Land per UKW übertragen.
Jeder Abnehmer, ob hat die gleichen Daten.

Hier wird versucht, mit falsch eingetragenen Kursen auf Seekarten die Schiffsroute entgegen der AIS-Aufzeichnungen anders darzustellen.

Das Schiff hat sich irgendwo auf dem AIS-Kurs ein gewaltiges Leck geholt und ist nach letzter aufgezeichneter AIS-Position (100m Wassertiefe) 1km weiter südlich vor der Hafeneinfahrt auf Grund gesetzt worden.
Das wohl zielgerichtet, weil es sonst rund 100m tiefer gelegen hätte.
Zumindest hier ein seemänische Leistung.
Alles andere bleibt abzuwarten.
Oder Bild klärt auf.

Udo Gustav Voigt Travemünde

Anonym hat gesagt…

Nach meiner Einschätzung ist die obige Beurteilung weitgehend richtig. Vermutlich findet sich bei Le Scole die Stelle, an der der Felsen abgerissen wurde (Granit!), der noch in der Bordwand hängt. Das kann ein Taucher leicht nachprüfen, denn vor Le Scole - einem beliebten Tauchgebiet - ist das Wasser teils nur 5 Meter tief - nach meinem Blick in die Seekarte. Dort sind zahlreiche Wracks eingezeichnet, die Stelle wird gern mal übersehen. Wenig daneben geht es runter auf 10 Meter und mehr. Das Schiff ist vermutlich in der Rechtskurve (Kurs Steuerbord!) zu weit nach links ausgedriftet, zumal es recht schnell war mit 15,3 Knoten. Daher lag auch der Anstoßpunkt relativ weit hinten / mittschiffs. Durch den Drift gelangte das Schiff vermutlich weiter nach links zum Ufer, als die gedachte Linie in obiger Skizze es zeigt. Was geschah nach dem Anstoß: entweder hat das Schiff die Schleuderbewegung fortgesetzt im Uhrzeigersinn, oder gegen den Uhrzeigersinn. Jedenfalls hat es um 180 Grad gedreht, es liegt ja jetzt mit Bug nach Süden. Ich vermute, es hat gegen den Uhrzeigersinn gedreht, weil es 1. links nach dem Aufprall auf den Felsen weggedrückt wurde in die Gegenrichtung und 2. durch die aufgerissene Flanke links stärker gebremst wurde. Ich denke, es hat mit Bug gegen den Hafen aufgedreht in die Schlussposition. Es kann aber auch sein, dass die Ruder nach Steuerbord liegen blieben wegen Stromausfall (?) und das Schiff dadurch doch im Uhrzeigersinn drehte ??? Was meint ihr (ich bin Segler, auch auf größeren Booten) anwalt@mhmg.de

Anonym hat gesagt…

Das Schiff hat wahrscheinlich gedreht um mit der Schlagseite gegen Land anzulegen!Damit wurde ein Durchkentern verhindert.

Anonym hat gesagt…

Angeblich soll ein Anker geworfen worden sein, daher der Dreh!
Mich wundert nur, dass nicht endlich mal jemand die Felsen bei Le Scole begutachten kann, damit diese für mich logische Theorie bestätigt werden kann!

Anonym hat gesagt…

meine Analyse, allein anhand der visuellen Daten, also der bekannten Fotos, der oben gezeigten Karten und vor allem ein Blick nach Google Earth scheint die geäußerten Annahmen zu bestätigen.
Bei "le scole" liegt ein Fels eindeutig ca. 50 m seewärts. Dieser wurde, es war ja schon dunkel, bei vermutetem Versuch der nahen Vorbeifahrt an Giglio Port, und manueller Navigation wohl übersehen. Auf einigen Fotos auf Google Earth, nördl. von Canelle, lässt sich dieser von Wellen umspülte Fels eindeutig erkennen.

Robert D.

Karl-Heinz Schmidt hat gesagt…

Als Überlebender des Unglückes kann ich die Einschätzung des Seglers nur bestätigen. Zunächst war der Kurs auf die Insel gerichtet, dann hat man gegengesteuert um nahe am Hafen vorbeifahren zu können. Dabei hat das Heck des Schiffes eine starke Driftbewegung in Richtung Küste gemacht und ist etwa mittschiffs gegen den Felsen gefahren. Die Form des Lecks bestätigt dies. Der Felsen wurde immer weiter in den Schiffrumpf gedrückt, bis er unter der enormen Kraft von Geschwindigkeit und Drift abgerissen wurde. Gleichzeitig wurde das Schiff stark abgebremst und das Heck nach Backbord herumgeworfen. In folgedessen machte das Schiff eine Kurswende um 180°, begünstig durch das Herablassen eines Ankers, der den Bug des Schiffes, der auf die Küste zufuhr, festhielt. Der verstärkte Reibungswiderstand auf der Backbordseite ( links ) unterstützte die Wende des Schiffes, denn die Restgeschwindigkeit und der seitlich herausragende Felsen beeinflußten die Richtung. Erst nach dem Kentern des Schiffes kam der Felsen aus dem Wasser, vorher hatte er richtungsändernde Kräfte auf den Schiffsrumpf ausgeübt.Der Ausfall der Antriebsmotoren machte das Schiff sofort manöverierunfähig. Schiffe dieser Größe lassen sich ohne den Druck des Schraubenwassers nicht steuern, zumal auch die mittlerweile zu geringe Geschwindigkeit keine Ruderwirkung hat. Insgesamt war es reiner Zufall, dass die Costa Concordia gegen die Felsen der Küste trieb und dort liegen blieb. Hier von einer seemännischen Leistung des Kapitäns zu sprechen ist purer Quatsch, denn alle Steuerungseinrichtungen waren ausgefallen und auch die Antriebsmotoren der Costa Concordia sind elektrisch, die Hauptmaschine dient nur der Stromerzeugung für die Schraubenmotoren.

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