Montag, 31. Oktober 2011

SKANDAL UND ABZOCKE! Google Maps API wird ab 2012 kostenpflichtig. Für gerade mal 1.000 Einblendungen zahlt der API-Nutzer 2,83 EUR bis 7,06 EUR

Was für eine Nachricht, was der Todesstoß für tausende von kleinen und großen Webseiten, die mit einer Landkarte von Google Maps irgendwelche Informationen und Dinge darstellen, bedeutet. Die Google Maps API, die man in Apps, Landkarten, Locationfinder, Wissenschaftliche Webseiten, Wetterseiten, Routenplanern, wird ab 2012 kostenpflichtig.

Google Maps API - Für Startups und kleine Unternehmen ab 2012 quasi unbezahlbar

Die Preise für das weitere Nutzung der Google Maps API sind angesichts der Tatsache, dass dies bisher kostenlos war, unverschämt hoch. Google wird so viele Millionen Euro am Tag, alleine nur in Deutschland, verdienen. Die Google Maps API (Version 3) kostet den Entwickler stolze 4 Dollar (2,83 EUR) für nur 1.000 Starts eines Kartenfenster von Google Maps, auf eines der vielen Mashups und Kartendienste, am Tag. Damit sind vor allen mobile Entwickler und moderne Lösungen betroffen. 25.000 Einblendungen sind aber pro Tag kostenlos. Die Google Maps API (Version 2), die man meist auf Anfahrtsplänen auf privaten Webseiten oder normalen Webseiten im Internet findet kostet wahnsinnige 10 Dollar (7,06 EUR) für 1.000 Nutzungen. Hier sind 2.500 Einblendungen aber pro Tag kostenlos.

Dies ist eine Abzocke von Google, sind die wahnsinnigen Preise für gerade mal 1.000 Karteneinblendungen viel zu hoch angesetzt. 1.000 Einblendungen am Tag sind im optimalfall 1.000 Besucher. Auf einer Hotelbewertungsseite sind 3 bis 8 Karteneinblendungen, pro Benutzer noch wenig. Wenn dann dort 30.000 Besucher am Tag kommen, kann man sich denken wie teuer das wird.

Und da alles jetzt viel Geld kostet, hat Google auch noch, vor lauter Irrsinn, eine Begrenzung eingebaut. So wird die API, je nach Version, bei 2.500 oder 25.000 Karteneinblendungen deaktiviert. Also 50.000 Einblendungen (sprich 50.000 Besucher) können es nur maximal werden. Dann ist alles vorbei (bis morgen früh).

Jeder Entwickler und Webmaster darf ab sofort Angst haben weil, Beispielweise ab 18 Uhr, die API nicht mehr läuft, weil die Obergrenze der Nutzungen erreicht ist. Müssen wir uns drauf einstellen, dass man Abends auf diversen Webseiten einige Karteneinblendungen nicht sehen können?

Sicherlich fühlen sich jetzt viele Entwickler an den Kopf geknallt. Erst wurden sie mit einer tollen API angelockt und jetzt müssen sie dafür bezahlen.

Google hat mit seiner API und den einzigartigen Möglichkeiten in all den Jahren jede Konkurrenz die Luft zum Atmen genommen. Keiner hatte eine so vielseitige und schlaue API. Die einzige brauchbare Alternative ist die von OpenLayers (OpenStreetMap) und Bing Maps von Microsoft. Und hier steckt die Chance für die Millionen von Entwicklern und privaten Nutzern der Google Maps API. Sie müssen bis 2012 dorthin wechseln oder teuer für die Google Maps API bezahlen.

Eine große Chance bedeutet das jetzt für OpenStreetMap bzw. Openlayers und andere OpenStreetMap Entwickler, dem Platzhirsch Google mit seinem Eigentor, vom Tron zu jagen. Nur muss vor allen OpenLayers, die tolle Möglichkeiten mit der Kartensubstanz von OpenStreetMap weiter ausbauen. Bis 2012 muss man hier das Realisieren, was Google Maps API so stark gemacht hat. Die API muss auch generell für mobile Endgeräte funktionieren, bessere MySQL- und KML-Einbindung und endlich eine API mit Routenplaner, Landkarten und Satellitenbilder.

Ein Skandal ist die Tatsache wie Google mit den Entwicklern der Google Maps API umgeht. Man veröffentlicht natürlich sofort eine detaillierte Preisliste für Google Maps API, aber ein Datum, wann es 2012 mit dem Bezahlen los geht, sagt Google nicht. Und 2012 startet schon in wenigen Wochen. Einige Webseiten und App-Entwickler die auf Google gesetzt haben, haben quasi keine Zeit mehr auf die API von OpenStreetMap (Openlayers), Bing, Yahoo und Nokia zu wechseln.

Warum Google das macht sagt der Internetriese natürlich nicht. Aber es muss mit dem Teufel zu gehen, wenn Google nicht die Strategie auf dem Zettel stehen hat, mit der teuren API unbequeme Konkurrenz, die mit der API zur Nutzung und Darstellung von Beispielsweise Hotelbuchungswebseiten, Locationfinder und anderen Suchwebseiten die mit Google Maps Informationen darstellen, so den Saft abdrehen zu wollen, um die eigenen Google Dienste, im Internet und in der Suche in Google noch mehr in den Vordergrund zu bringen. Wer weiß, was Google alles noch vor hat. Die Weltherrschaft im Internet haben sie ja schon bereits.

4 Kommentare :

Martin Weigert hat gesagt…

Hast du eventuell die Neuerung missverstanden? 25.000 Map Loads täglich (bzw. 2.500 der modifizierten using Styled Maps) sind kostenfrei, erst danach fallen Kosten an.

Anonym hat gesagt…

Ich bin mir nicht sicher, ob das Ironie ist oder nicht. Kommt nicht so richtig rüber. :)

Michael Ritz hat gesagt…

Hallo Mr. Netzwertig, :-)

danke für die Info. Ich hab es die Nacht überlesen und sofort korregiert. Aber was sind schon 25.000 Loads, die kostenlos sind?

Insgesamt bietet Google seine API nur noch für 50.000 Loads an. Das sind nur 25.000 Seitenaufrufe bzw. Karteneinblendungen die kostenlos sind. Die anderen 50% sind auch noch richtig teuer. Bei Styled Maps wird es sogar ganz düster.

Als ich das erste mal das gelesen habe, dachte ich mir, dass Google die Entwickler von Webseiten mit Google Maps API irgendwie bestrafen will. Sind die zu mächtig geworden und nutzt Google die API nichts? Google hat nur eines im Sinn hat, dass man so, seine Dienste aufwertet und stärkt und andere Hotelreservierungen, Locationfinder (Places) ... in der Google Suche schwächt.

Wer nutzt die API ab 2012 noch? Kommerzielle, Informative oder (vor allen) wissenschaftliche Webseiten nutzen nichts was unberechenbar ab 50.000 Loads deaktiviert wird und ab 25.000 Loads Geld kostet.

Ich hoffe sehr, das Openlayers und andere OpenStreetMap API Lösungen schon neue Server bestellt hat und endlich aus den Schatten von Google Maps rausspringen. Es wird endlich Zeit dafür.

Michael Ritz hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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