Sonntag, 13. Juni 2010

Japan, Italien, Belgien, Singapur, Ungarn und Portugal - Kommende Finanzkrisenländer der Welt

Drei doch sehr interessante Karten von uns, die wir bei Stepmap gezeichnet haben, zeigen das Verhältnis des Staatlichen Schuldenstands zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes, in Europa und Teile der Welt. Diese Werte haben wir von Wikipedia und sind mit den Daten vom CIA nahezu identisch. Diese Karten zeigen wie dramatisch die Schulden vieler Länder geworden sind und wie sehr diese Schulden den Haushalt eines Landes auffressen.

Als Beispiel damit man die Zahlen besser verstehen kann. In Deutschland fraßen die Schulden im Jahr 2009 73% des Bruttoinlandsprodukts auf. Italien und Griechenland, so sieht man in unseren Karten, haben deutlich mehr Schulden gemacht als die Wirtschaft im Land eingebracht hat. Ein Wert über 50% ist in der Tat schon kritisch zu sehen.

Wenn Deutschland oder andere Länder mal wieder gegen den EU-Stabilitätspakt, sprich die EU-Defizitgrenze überschreitet, dann ist das im ersten Moment nicht all zu tragisch. Zur Finanzkrise 2008 hat fast jedes Land ein Minus gemacht. Wenn dies aber jedes Jahr passiert, daß ein Land neue Schulden macht, kann man sich ausrechnen wann dieses Land so viele Schulden gemacht hat, daß der Staat bald mehr Schulden und Zinsen begleichen muss als er Einnahmen durch Steuer und Anleihen erzielen kann.

Staaten ab 50% darf man als Verschuldet bezeichnen weil es kein gesundes Verhältnis zwischen Einnahmen der Wirtschaft und somit Einnahmequellen der Staaten und neuen Schulden gibt. In Griechenland weiß man bereits das das Land hoch verschuldet ist. Hier macht der Staat mehr Schulden als seine Wirtschaft Einnahmen. Die Lage in Italien ist genauso kritisch. Kritisch sieht es auch in Belgien aus, Frankreich, Portugal und Deutschland arbeiten schon fleißig daran genauso wie diese Länder hochverschuldet zu sein. Auch Großbritannien hat einen Mächtigen Schritt in die Verschuldung zwischen 2008 und 2009. Nur die Schweiz entschuldet sich in diesen Jahren.

Staatlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BiP 2008

Staatlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BiP 2009

Die berühmte Defizit/Überschuss eines Staates in % des BIP sowie die Finanzkrise zeigen das die Neuverschuldung besonders in Irland, Griechenland, Großbritannien und Spanien dramatisch über 10% gewesen ist. Insgesamt sieht die Lage in Irland, Großbritannien und Spanien aber noch nicht schlimm aus, wie man es in den Karten sehen kann. 



Besonders hoch war die Verschuldung auch in Island (9,1%), Lettland (9%), Litauen (8,9%) und Rumänien (8,3%) im Jahr 2009 gewesen. Länderfristig gesehen haben sich in den letzten 10 Jahren besonders Ungarn und Griechenland hohe Schulden gemacht und einen schlechten Haushalt geführt. Insgesamt ist der Schuldenstand im Haushalt in Griechenland viel Schlimmer als in Irland. Das Griechenland hoch verschuldet ist und das man diesem Land nicht zutraut einen gesunden Haushalt zu führen ist seit vielen Jahren nachvollziehbar. Genauso kann man das von Ungarn, Portugal, Slowakei, Tschechien und Italien sagen. Diese Staaten leben seit Jahren über ihre Verhältnisse und sind tickende Europroblemzonen.

Herausragend war dagegen Norwegen, Finnland, Schweden, Luxemburg, Estland und Dänemark die kaum oder keine Schulden gemacht haben.

Wer unsere Karten und die Neuverschuldungen mancher Länder in der Tabelle gemeinsam analysiert wird feststellen, daß die Finanzkrise in Griechenland von langer Hand abzusehen war. Wenn alles so weiter geht, werden nach Griechenland in den nächsten 5 bis 10 Jahre Länder wie Italien, Belgien, Ungarn und Portugal die gleichen Probleme kommen wie 2008 Island und 2009 Griechenland bekommen. Längerfristig sind dann Länder wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland an der Reihe, die in den letzten 8 Jahren sich kontinuierlich neu verschuldet haben und wo der Haushalt sowieso schon einen riesigen Berg an Schulden verkraften muss.

Weltweit gesehen ist es wichtig das Schulden nicht die Hauptlast eines Landes werden sollen. Die USA sind bei 53 % und das trotz Finanzkrise, China sogar nur auf 18 % und Russland bei 7 %. Hier kann man garantieren, daß die Staaten auch weiterhin eifrig Investieren können und im Fall von China und Russland weiterhin die Infrastruktur verbessern können, was man in Europa nicht sehen kann ohne das Staaten wieder mehr Schulden als Einnahmen haben.

Außerhalb von Europa wird Japan definitiv, mit seinem katastrophalen Schuldenstand, laut CIA und Wikipedia, die Weltwirtschaft und die Börsen erschrecken. Es ist eine Frage von ein paar Jahren bis man Japan zahlungsunfähig wie Argentinien bezeichnen muss. Ein Land was 192 % seines Haushaltes für Schulden aufbringen muss ist eigentlich nicht in der Lage seinen Betrieb aufrecht zu halten. Eine Firma wäre längst Konkurs und Pleite. Das Japan bei den Ratingagenturen mit AA bezeichnet wird ist ein Sache die man nicht verstehen kann. Wer hier noch Staatsanleihen kauft, ist blauäugig! In wie weit das hoch verschuldete Singapur die Weltwirtschaft beeinflussen kann ist unklar. Auch hier sieht der Schuldenberg dramatisch aus. 

STAATLICHER SCHULDENSTAND IM VERHÄLTNIS ZUM BRUTTOINLANDPRODUKT 2009  DIE MOMENTANEN FINANZKRISENLÄNDER

Die USA hingegen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Auch China, Russland, Chile, Kasachstan, Botswana, Australien, Venezuela, Rumänien, Peru, Südkorea und Indonesien dürfen sich angesichts des gesunden Haushaltes, auch in der Zukunft kräftig Investieren um die eigene Wirtschaft und Infrastruktur aufbauen können. Für Anleger sind Staatsanleihen dieser Länder, besonders der Schwellenländer, sehr lohnenswert. Die Staaten gehen die nächsten 20 Jahre garantiert nicht pleite sondern entwickeln sich in dieser Zeit zu den Industrieländern des 21. Jahrhunderts. Die Industriestaaten des 20. Jahrhunderts hingegen geht so langsam die Luft aus.

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